Madeira. Schon der Name klingt nach Sonne auf der Haut und Salz in der Luft.
Diese Inselgruppe mitten im Atlantik – bestehend aus Madeira, Porto Santo und den beiden unbewohnten, geschützten Inseln Desertas und Selvagens – gehört zu Portugal, fühlt sich aber an, als wäre sie eine kleine Welt für sich.

Unser erstes Ziel war Porto Santo – die kleine Schwester Madeiras. Am 3. Oktober liefen wir abends ein und warfen den Anker in der Bucht vor dem Hafen. Nicht allein – überall schaukelten Boote aus aller Welt auf dem ruhigen Wasser. Und was uns ein bisschen überraschte: Selbst draußen vor der Hafenmauer gilt Ordnung: kurz ins Hafenbüro, anmelden, kleines Tagesticket bezahlen – und fertig.
Mit dem Dingi ging’s an Land. Das Dorf ist klein, aber charmant – ein bisschen verschlafen, sonnenwarm, freundlich. Christoph Kolumbus hat hier tatsächlich mal gewohnt, was die Insel irgendwie geschichtsträchtig macht.
Porto Santo ist der Ruhepol im Atlantik: goldener Sandstrand (der auf Madeira übrigens fehlt), klares Wasser, und Wanderwege, die einem den Kopf freipusten. Man erreicht die Insel bequem mit Fähre oder Flugzeug – aber ehrlich: Ankommen mit dem eigenen Boot ist einfach viel magischer.
Am 7. Oktober hieß es wieder: Anker auf – rüber zur Hauptinsel Madeira. Der Wind war gut, das Wetter eher launisch, und trotzdem war die Einfahrt in die Bucht ein kleines Spektakel. Gewaltige Steilklippen, dramatisches Licht – absolutes Postkarten-Motiv.
Leider verwandelte sich die Idylle nachts in ein Konzert aus pfeifendem Wind und Schwell. Schlaf? Fehlanzeige.
Funchal sollte das nächste Ziel sein, doch schon beim Anblick des Hafens wussten wir: Nein, das passt nicht. Zu voll, zu unruhig, zu… Also weiter nach Calheta – und das war eine gute Entscheidung. Ein kleiner, sympathischer Hafen, super freundliches Personal und rote Krabben, die über die Steine huschten und mich irgendwie total faszinierten.

Mit einem Mietauto (ein winziger Fiat – Andreas war begeistert … naja, so halb) ging’s über die Insel. Funchal, Serpentinen, Tunnels, Kühe mitten auf der Straße – Madeira ist Abenteuer pur.
Die Küstenstraße nach Porto Moniz war ein Highlight: atemberaubende Ausblicke, wilde Natur, und Straßen, die sich anfühlen, als hätte jemand sie einfach in die Felsen geschnitzt. Jede Kurve ein neues “Wow”.



Wir beschlossen schließlich, die Insel einmal komplett mit dem Boot zu umrunden – einfach, weil wir’s konnten. Zeit hatten wir genug, bis unsere ersten Gäste kamen. Und dann das absolute Highlight: zwei Mantarochen begleiteten uns minutenlang, glitten majestätisch durchs Wasser – ein Moment, der uns beide total begeisterte.



Am 17. Oktober war es dann soweit: Unsere letzten Gäste kamen an (der erste zog bereits am Vortag ein) – fast direkt vom Flughafen an Bord. In einer kleinen Bucht ankerten wir und holten sie mit dem Dingi vom Steg ab – und plötzlich waren wir zu fünft. Die Crew komplett.
Bereit für das nächste große Abenteuer: die Überfahrt zu den Kanaren.
Ziel: La Palma.
Das Meer rief – und wir antworteten…
Reisegedanken-To-Go:
Madeira hat mir gezeigt: Manchmal findet man das Paradies nicht am Ziel, sondern in den Kurven dorthin.
In steilen Straßen, die den Puls hochjagen. In roten Krabben, die mehr Gelassenheit haben als so mancher Mensch.
Und in Momenten, in denen das Meer dich einfach mal kurz die Welt vergessen lässt.