Kanarische Inseln – das kleine Abenteuer zwischendurch

Ach, die Kanaren … kaum angekommen, schon mittendrin im Abenteuer.
Nach einem entspannten Nachmittag mit unserem Privatchauffeur Mario und seiner Frau, Sonne und Aussichtspunkten kam spät abends der Schreckmoment: Hannes hatte sein Kartenetui verloren. Komplettpaket – Ausweis… Karten… einfach alles…
Damit wird wohl jede Urlaubsstimmung kurz mal in den Keller schickt.

La Palma, nicht weit vom Hafen

Nach hektischem hin- und her überlegen, wo das Ding wohl sein könnte und was am besten zu tun ist, kam uns am nächsten Tag die glorreiche Idee: Wir mieten einfach ein Boot. Jup, ein Boot. Damit tuckerten wir zu den Strandbars, wo wir am Tag zuvor noch gemütlich den Sonnenuntergang genossen hatten. Und tatsächlich – kaum zu glauben – in der einen Bar lag das Etui. Alles da! Naja, fast alles – ein bisschen Bargeld hatte wohl Beine bekommen. Die Erleichterung war trotzdem riesig wie ihr euch vorstellen könnt.
Den restlichen Nachmittag fuhren wir noch ein Stück die Küste entlang, vorbei an den dunklen, scharfkantigen Lavaströmen, die 2021 alles unter sich begraben hatten. 85 Tage lang hatte der Vulkan gespuckt – und auch jetzt sind einige Orte noch Sperrgebiet. Eine Landschaft, die atmet und erzählt – rau, faszinierend, ungezähmt.

Am 22.10. ging’s weiter: über La Gomera und Teneriffa nach Gran Canaria. Immer öfter sprangen fliegende Fische neben uns übers Wasser – kleine Silberpfeile im Gleitflug, als wollten sie uns begleiten. Zwischen Teneriffa und Gran Canaria dann das absolute Highlight: eine Gruppe Grindwale, die seelenruhig unseren Kurs kreuzte. Ganz nah, majestätisch, als wäre das hier ihr Wohnzimmer. Gänsehautmoment pur.

Die Walgruppe, die uns kreuzte

Am Morgen des 25.10. liefen wir schließlich in Gran Canaria ein – in den Hafen, von dem jedes Jahr die große ARC, die Atlantiküberquerung, startet. Wir durften ein paar Tage bleiben, bis der Platz für die Starter gebraucht wurde. Freundliche Leute, eine kleine Promenade mit Restaurants, gut sortierten Bootszubehör-Shops – und das Ganze auch noch zum besten Preis bisher.

Aussicht vom Pico de las Nieves
Aussicht vom Pico de las Nieves
Sonnenuntergang am Pico de las Nieves

Zwischendurch ging’s noch mit dem Mietwagen hoch in die Berge – zum Pico de las Nieves für den Sonnenuntergang – und am nächsten morgen in die Dünen für den Sonnenaufgang. Zwei völlig verschiedene Welten: oben Wind und Weite, unten Sand und Sonne.
Beides sehr schön. Beides Kanaren. Immer wieder faszinierend wie facettenreich ein einzelnes Land sein kann.

Sonnenaufgang bei den Dünen
Dünen von Maspalomas

Am 27.10. dann Crewwechsel. Michaela und Hannes stiegen aus, Jan kam an Bord – jung und schon seit Monaten auf Reisen und das Leben genießen. Er soll uns auf der Überfahrt zu den Kapverden begleiten.

Reisegedanken-to-Go:
Jede Panne wird zur kleinen Geschichte, jede Herausforderung zur Erinnerung. Und während wir zusammen auf Deck stehen, lachen, improvisieren und die Magie des Meeres spüren, merken wir:
Es ist die Gemeinschaft, das Meer und das Staunen, die jede Fahrt unvergesslich machen.

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